Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning – 23 september 1840, sida 2

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I I I I I I I I ; I I I I I I I I I I i (Intages på begäran.) Dramatische Vorlesungen vorgetragen rom Dr. BocHARDT. Programm. I a Åt un temps en France, et meme dans toute IEurope, ou les hommes pensaient deroger, et les Fvinmes sortir de leur etat, en osant sinstruire. Loes uus ne se croxoient nes que pour la guerre ou pour lioisivile, et les autres, que povr la coquetterie. Voltaire. kpitre a Madame la Marquise du Chatelet. Als im vorigen Winter von IIoltey in Berlin vor einem iberzahlreichen Publicum seine dramaltischen Vorlesungen gehalten, gehalten in einer Residenz, wo das Theater-Personal, wie auch das Theater selbst, Decorationen und Garderobe beinahe ans Vollendete grenren, da ergab sich, dasz eine studirte Vorlesung eines classischen Drama vor dem gespielten so viel zum voraus habe, wie ungefähr das Drama sclbst vor der s. g. Opera. Wäre es mir erlanbt diesen Umstand zu parabolisiren: so ersaszt das Drairna den Menschen beim Geist und beim Herzen; die Opera aber ersaszt uns bei den Ohren. — Fin geistreicher Schwede, Erik Gustaf Gcier, ist in sofern dorselben Meinung, wenn er sagt: Gegen eine gute Vorlesung cines Drama. die Vorstellung auf dem Theater nur roh und grob ausfalle. Siche Geiers Erinnerungen etc. Seite 189. Daher anch von dem Drama die gangbare Meinung: ich lese das Ståck licber. als dasz ich es spiklen sche, weil eine fehlerhafte Declamation, oder eine unzeitige, åbelgewählte Mimik die kinbilanngskraft öfters entgeistern als begei2 stern. Dennoch herrschet ein groszer Unterschicd awischen dem Selbsuesen und dem Vorlesen. (ich sproeche von den Classikern). Das vielfach Schöne des Stäches erlaubt oft dem Leser nicht das Eiuzelne zu bemerken, wodurch oft das Ganze. gleich einem Gemälde ein anderes Anschen bekommt, wenn es nicht vom rechten Standpunkte aus, betrachtet wird. Man glaube doch nicht. dasz der. wenn anch noch so geniale Verfsasser sein Werk gleichsam auf der Strasze gefunden ! Nein. er selbst musate es wohl studiren. — Dasselbe geltet auch dem Leser, will er den Versasser recht begrissen haben. Er musz das Werk nicht allein mehrmals und mit angestrengter Aufmerksamheit lesen, sondern zum Aussassen, musz er dem Drama eine richtige Declamation beilegen. So 2. B. erhåält die kleine Phrasis in Macbeth: seyd ihr ein Mann. Sir ! erst durch die richtige Declamation ibren vollen Gehalt und Werth. Wer aber von resp. Privaten will und kann sich die Måhe geben also zu lesen? Noch ein Ilindernisz. ein cla-sisches Drama nach Wärden anvfzufassen. ist die Absicht dex Werkes selhst; nemlich dem Leser oder Znschaner Schrecken und Mitleid zu erregen. Dadurch aver wird des Privaten Gefuhl so in Anspröch genommen. und giebt er sich diesem Gefåäble so willig hin, dasz Sprache, Ausdruck, Belehrung, Moral, die wesentlichen Schönheiten des Stäckes, wenig beachtet oder ganz sbersehen werden; als ob das Drama anf der Böhve entstellt gegeben, unvolllommen vorgetragen wordåen. Bei den s. 2. Nebenpartien ist dieses meistens der Fall; allein die Nebenpartie ist oft dem Dichter dasselbe. was der Schatten dem Mahler ist. Beide erheben die Hauptpartie zu ihrem eigentlichen Werthe und dinfen nicht vernachläsvigt scyn. Bin Blick, gerworfen in das Innere ciner wohl organisirten Schauspieler-Gcsellschaft wird finden. dasz selbst osftma!s gegebene Stäcke nech manbe Leseprobe zu hesteben haben. welches in Perlin mit: ren einstudirt, auf dem Zettel bekannt gemacht wird. Und Deutschlands Garrik, der berähmte ffland, muszte in Weimar vor seinem Director (ECk) 21, sage em und JYjwanzig Mal die Role des Posa dec!amiren bevor er sie spielen durste. Die Dedlamation ist es also huuptsächlich, welche nus das Drama verständlich macht, in dem eine rielltige Declamation, etwas Inneres, wie es der ästhetische Begriff von Vollkommenheit erfordert. za ectwas Ausverem. will sagen, zur An-chanang för Andere macht (Kerndörffer. öfienilichen Läehrers der D. Spr. und der Declamation der Universität Leipzig, siche dessen Einleitung zur Declamation, Seite I.) Nach diesem Gesagten werde ich die Ehre haben dem resp. Publicum in 9 Vorlesungen die bherhmtesten Scenen. Monound Dialogen vorzutragen aus der Brant von Nessina. Wallenstein. Don Carlos, Tell. Maria Stuart, sämmtlich von Schiller; Hamlet, Romeo und Julie, Othello, Leer. Macbeth, Heinrich dem Vierten, dem Kaufmann von Venedig, nach A. V. Schlegels Uebersetzung des Shakespear; Emilie Galotti von Lessing und Faust von Göthe; dessen Prolog zum Faust auch unser Prolog zur ersten Vorlesung seyn soll. Da diese Vorlesungen nur ästhetiscehe Unterhaltungen beabsichtigen. so erlaube ich mir die Freiheit resp. Herrn und Damen ergebenst dazu einzuladen. Sonntag den 27ten September von 5-6 Uhr Abends werden diese Unterhaltungen ihren Anfang nehmen. Billette zu allen Unterhaltungen Beo 3 kgthl. das Stuck, sind in meiner Wohnnng zu haben im knanderschen Hause, dem groszen Markte gegenåber. Beim kintritt zu den Vorlesungen können keine Billette mehr verkauft werden. 1 A 6 4 A . EI

23 september 1840, sida 2

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