orsfellung fåällen, vermag er dieses ohne erst seinen Gi gCenms8tand zu vergleichen (das gewöhnliche Product enes grönen Verstandes und magern Witzes), so wird er dem Producenten wie auch dem Publicum nutzlich dadurch. Ersterm, weil das Vollkommene so schwer zu erreichen ist, so wird er freundschaftliche Rugen mit Dank aufnehmen und beherzigen. Letzterem, weil dadurch das Urtheil des Incon, petenten in Schranken gehalten wird, welches nun zur Zeit oft Noth thut. Wäre mir der Raum nicht zu bescliränkt angegeben, s0 wurd ich den fernern Nutzen einer motivrirten Recension angegeben haben, besonders denjenigen, den sie auf eine gebildete Gesellschaft haben musz, die unter sich Freunde des Drama auszuzählen hat. Leider fehlt es uns hier an einem bellettristischen Journal; und einer Handelszeitung ist in dieser Hinsicht nicht zuzumuthen, Aufsätzen solchen Inhaltes viel Platz einzuräumen. — Herrn Dahlquists hier letzthin gegebene Vorstellungen mögen unsere Ansichit der Ästhetik documentiren, doch behalten wir uns vor, dieses Thma zu einen andern Zeit deutlicher zu entwickeln. Wallensteins Tod. Zweiter Auszug. Wallenstein, Max. Was die Ilaltung des Herrn D. betrifft, so war sie ganz der Natur eines Helden angemessen; auch ist er von der Natur nicht stiefmätterlich begabt. die Sprache sonor und deutlicly; nur sprach er anfangs zu laut. das er doch bald einstellte. Wallenstein und der grosze Gustaf waren berde klelden. Gustaf aber ward durch Religion, Staatsinteresse und wahrhaft Kömglichem Geist zum Kriege gefuhrt; Wallenstein aber nur durch verderblichen Ehrgeiz. Beide aber waren kalte, besonnene Männer und schrien nie. Wallenstein, dritter Auszug, achtzehnter Austritt. In dieser Srene leistete Herr Dahlquist das Vortreffliche, das Gelungene, wo Diction nud Action im schönsten Verhältnisz standen, und wir konnten uns räbmen gesehen zu haben: wie der harte Stolz durch Liebe bezwungen, sich zur demuthigen Bitte herab läszt. Max bleibe bei mir — war mit dem innigstem Gefähl gesprochen. Iweite Vorstellung. Hamlets Monolog. Dieser Monolog ist das Resultat eines tief melancolischen Nachdenkens. Wird der Schauspieler dieses Princip festhalten, so wird er wenig oder keine Aetion einmischen, dann wird auch bei richtiger, mäszig lauter Declamation der Beifall nicht fehlen. Hierin aber hat es Herr D. versehen; er legte der Diction Gesten bei, welche ein lautes Lachen erregten. Er möge bedenken, dasz Hamlet so wenig den Wahnsinnigen spielte, dasz der König ihn deswegen nach England schickt. So viel von der Action. Aber auch bei der Diction. Hamlet fragt nur ein Mal: Seyn oder nicht seyn (und nicht: nicht seyn). Sonst war die Declamation ohne Fehler und nachdrucksvoll. Die Råuber, letzte Scene, Franz Daniel. Daniel musz ubrigens ein Greis und kein junger Bedienter seyn, wie es hier vorgestellt ward. Möge Herr D. bedenken: dasz eine Drohung oder Beleidigung einem Greise angethan immer moralisch abscheulich ist, wåhrend dasselbe bei einem jungen Menschen nicht das Herahwurdigende hat. Möge Herr D. ferner bedenken, dasz Uebertreibung im Tragischen wirklich den Tyrannen ubertyrannen hieiszt, wovor der grosze Shakespear so ernstlich warnt. Vierte Vorstellung. Tasso von Sedlitz. Offen gestanden: wir kennen nur Göthes Tasso. Indessen war die Declamation brav und die Haltung und das Spiel wiirdevoll, angemessen dem Schicksal des ungincklichen Dichters und Liebhabers. Funste Vorstellung. Don Carlos. Posa und Philipp. Aunch in dieser Scene sprach Herr D. etwas zu laut und legte zu viel Action bei seinen Worten. Posa spricht mit einem König und musz den Unterthan nie anszer Augen lassen. Posa sprich mit Philipp dem Zweiten, dem Beschätzer und Selaven der Etiquette. llätte der wirkliche Posa so declamirt und solche Gesten gemacht, Philipp hätte ihn får einen jungen Schauspieler. nie aber för einen starhen Geist gehalten. Letzte Scene. Posa zu Carlos im Gelängnisz. Ilier öbertraf sich wirklich Herr D.; anch sah ich manches feuchte Auge, der gröszte Triumph des Kånstlers! Möge Herr D. unsern innigsten Dank gutigst annehmen för den genuszreichen Abend. den er uns verschafft hat, und möge er im Streben fortfahren, aber sich immer der Natur als Lehrerin bedienen. Anleomne Från inrikes orter: Strömstad I harlast: hat Innofrun. Bryngelson. Malmö.