Aftonbladet – 3 juli 1860, sida 1

Article Image
S -Sai N -Sai nu Bad Homburg ap se bei Frankfart a. M. Die Quellen Homburgs, von dem berähmten Professor Liebig analysirt, wirken erregend, tonisch, auflösend und abföhrend; sie bethätigen ihre Wirksamkeit in allen Fällen, wo es sich darum bandelt die gestörten Funetionen des Magens und des Unterleibes wieder herzustellen, indem sie einen eigenthämlichen Reiz auf diese Organe ausäben, die abdominale Circulation in Thätigkeit selzen, und die Verdauungsfähigkeit regeln. Mit vielem Erfolge findet ihre Auwendung statt: in chroniscben Krankheiten der Drisen des Unterlelbs, namentlich der Leber und Milz; bei Hypochondrie, Urinleiden, Stein, bei der Gicht, bei Gelbsucht, bei Hämorrhoidalleiden und Verstopfangen, so wie bei allen den mannigfachen Leiden, die ibren Ursprung aus erhöhter Relzbarkeit der Nerven herleiten. Von sehr durchgreifender Wirkung ist der Innere Gebrauch des Wassers, besonders wenn es frisch an der Quelle getrunken wird; die Bergluft, die Bewegung, die Zerstreuung, das Entferntseyn von allen Geschäften und jedem Geräusch des Städtelebens, unterstätzen die Heilkraft dieses herrlichen Mineralwassers. Molken werden von Schweizer Alpen-Sennen des Kantons Appenzell aus Ziegenmilch durch doppelte Scheidung zubereitet, und in der Friihe an den Mineralquellen, sowohl allein, als in Verbindung mit den verschiedenen Mineralbrunnen, verabrelcht. Ausser dem Badehause, worin die Mineralwasser-, so wie Fichtennadel-Bäder gegeben werden, findet man för auch gut eingerichtete Flussbäder, welche in hånfigen Fällen wesentlich zur Förderung der Brunnenkur eltragen. Das grossartige Conversationshaus, welches das ganze Jahr hindurch geöffnet bleibt, enthält prachtyoll decorirte Räume, einen grossen Ballund Concertsaal, einen Speise-Salon, Kaffeeund Rauchzimmer, mehrere geschmackyoll ausgestattete Conyersationssäle, wo Trente-et-Quarante und Roulette unter Gewåh-ung aussergewöhnlicher Vortheile aufliegen, indem Ersteres mit einem halben Refalt und Letzteres nit einem Zero gespielt wird. Die tägliche Bankeinlage am Trente-et-Quarante igt auf 300,000 Franken, das Maximum auf 12,000 Eranken festgeselzt, — Das grosse Lesecabinet steht dem Publikum unentgeltlich geöffnet, und enthält die bedeutendsten deutschen, französischen, englischen, italienischen, russischen, polnischen und holländiscben politischen und belletristischen Journale. Der elegante Restaurationssalon, woselbst nach der Karte gespeist wird, fährt auf die schöne Asphalt-Terrasse des Kurgartens. — Table dhöte findet um ein Uhr und um fänf Uhr statt; die Restauration ist dem råhmlichst bekannten Hause Cheyet aus Paris anvertraut. Das Kur-Orchester. splelt dreimal des Tags, Morgens an den Quellen, Kachmittags im Musik-Pavillon des Kurgartens und Abends im grossen Ballsaale; es zählt 43 ausgezeichnete Musiker, worunter vornehwmlich die Herren Paquis and Schlotmann, erste Hornsoli von der italienischen Oper zu Paris, sowle Herr Delpech, Cornet-å-pistons, aus Paris, zu nennen sind. Jede Woche finden Röunions, Bälle, sowie Concerte der bedeutendsten durchreisenden Känstler statt. Durch die Verbindung von Post, Fisenbahn, Omnibus c. ist Bad Homburg nur eine Stunde von Frankfurt nifernt. Binnen Kurzem wird auch die Eröffnung der directen Eisenbahn zwischen Homburg und Frankfurt a. M. tattfinden, und die Fahrt alsdann in zwanzig Minuten zuråckgelegt werden. , N

3 juli 1860, sida 1

Thumbnail