bei Frankfurt a. M. Die Quellen Homburgs, deren Analyse von dem beräbmten Pro essor ILiebig stattgefanden hat, sind erregend, toniseh, avflösend und abfährend, sie bethätigen ihre Wirksamk it in allen Fällen, wo es sic h darum handelt, die gestörlen Functionen de: Magens und des Unterleibes wieder herzustellen, indem sie cinen e:genthämlichen Reiz auf diese Organe ausäben, die abdominale Circulation in Thätigkeit so!zen, usd die Verdauungsfähigkeit regeln. Mit vielem Erfolge findet ihbre Anvendung statt: in IKrankheiten der ILeber und der Miiz, bei Hypochondrie, bei Urinleiden, bei Stein, bei der Gicht, bei der Gelbsucht, bei Håmorrhoidalleiden und Verstopfungen, so wie bei allen Krankheiten, die von der Unregelmässigkeit der Verdauungsfanetionen herrähren. Von sehr durchgreifender Wirkung ist der innere Gebrauch des Wassers, Besonders wenn es frisch an der juelle getrunken wird, und dio Bergluft, die Bevegung, die erstreuung, das Entferniseyn von allen Geschäften und jedem Geräusche des Städtelebens, unterstätzt die Heilkraft dieses herrlichen Mineralwassers. Hierzu kommt noch eine Molkenanstalt, welche in einem parkäbhnlichen Garten in der unmittesbarsten Umgebang der Stadt angelegt ist. Es werden jeden Morgen sowohl hier in einem elegant eingerichteten Pavillon, als auch in den Br-unnenaniegen die frisch bereiteten Ziegenmolken verabreicht. In demselten Garten hat man auch ein frisches Gebirgswasser zu einem Sturzbade gefasst. Ausser dem neuen Badehause, worin die Mineral asser-Bäder -gegeben werden, findet man hier auch gut singerichtete Flussbäder, welche in häunfigen Fällen wesentlich zur Förderung der Brunnenk.r,beitrag.n. Mit dem Rufe Homburgs, der sich seit 43 Jahren stets somehrt hat, ist auch Homburg selbst in jeder Beziehung fortgeschritten; neben der alten ist eine meue Stadt erstanden, mit prächtigen Höåtels, schönen Privat-Wohnungen, sie dem Fremden al:en möglichen Comfort gewähren, und lie mit den beräbmtesten Bädern in Bezng auf Bequemliichkeit und Luxus rivalisiren. Die wahrhbaft romantische und pittoreske Gegend ladet zu Spaziergävgen nach dem nahen Taunusgehbirge ein. Zur neuen prachtvollen Parkanlage ist ier Plan durch den Königlich Preussischen Garten-Director Lenmne geliefert, und die Arbeiten an derselben sind schon wesentlich vorangerickt. Das grossartige Conversations-Haus, welehes das ganze Jahr hindurch: geöffnet bleibt, ist noch durch den neuen Anbau von zwei grossen sebr prachtvollen Sålen bereichert worden, unfl erweckt allgemeine Bewunlerung. Es enthält einen Ballsaal, einen Conzertsaal, viele :eschmackvoll dekorirte Cenversations-säle, wo Rouiette und trente et quarante mit nambaften Vortheilen fär die Spielenden vor anderen Banken gespielt wird, ein grosses Lesekabinet, das unentgeltlich fär das Publikum geöffnet st, und wo die bedeutendsten deutschen, franzÖsisehen, englischen, russischen und holländisehen politischen und belletristischen Journale gehalten werden, ein sanz neu und sehr prachtvoll :decorirtes Kaffeeund ein Rauchzimmer, die auf eine schöne Asphalt-Terrasse des Kurgartens fihren, und einen Speise-Salon, wo um ein Uhr und um fönf Uhr Table dhöte ist. Pas riäbmlichst bekannte Hur-Orchester von dreiltsig Mitgliedern. spielt dreimal des Tags: Morgens an !en Quellen, Nachmittags im Musik-Pavilion des Kurgartens ind Abends im grossen Ballsaale. Jede Woche linden Reunions, Bälle, wo die gewählteste 3adegesellschaft sich versammelt, und Conzerte der bedeutendsten duärchreisenden Känstler statt. Bad Homburg ist nur eine Stunde; durch die Verbindung ven Post, Eisenbabn, Omnibus c., von Frankfurt entfernt. Die Sommer-Saison fir dieses Jahr beginnt mit dem 1. Mai 1854. omburg,