Aftonbladet – 26 maj 1854, sida 2

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Bad Homburg, bei Frankfurt a. M. Dio Quellen Homburgs, deren Analyse von den berähmten Proessor Iiebig stattgefunden hat, sind erre. gend, tonisch, auflösend und abföbrend, sie bethätigen ihr Wirksamkuit in allen Fällen, wo es sich darum bandelt, di gestörten Functionen des Magens und des Unterleibes wiedei herzustellen, indem sie einen eigenthämlichen Reiz auf dies Organe ausiben, die abdominale Circulation in Thätigkei setzen, und die Verdauungsfähigkeit regeln. Mit vielem Erfolge findet ihre Anvendung statt: in Krankheiten der Leber und der Miiz, bel Hypochon: drie, bei Urinleiden, bei Stein, bet der Gicht bei der Gelbsucht, bei Hämeorrhoidalleiden und Verstopfungen, se wie bel allen Krankheiten, die von der Unregelmässigkeit der Verdauungsfanctionen herrähren. Von sehr durchgreifender Wirkung ist der innere Gebrauch des Wassers, besonders wenn es frisch an der Quelle getrunken wird, und die Bergluft, die Bevegung, die Zerstreuung, das Entferntseyn von allen Geschäften und jedem Geräusche des Städt-lebens, unterstätzt die Heilkraft dieses herrlichen Mineralwassers. Hierzu kommt noch eine Molkenäånstalt, welche in einem parkähnlichen Garten in der unmitteibarsten Umgebang der Stadt angelegt ist. Es werden jeden Morgen sowobl hier in einem elegant cingerichteten Parvillon, als auch in den Brennenaniagen die frisch bereiteten Ziegenmolken verabreicht. In demselben Garien hat man auch ein frisches Gebirgswasser zu cinom Sturzbade gefasst. Ausser dem neuen Badehause, worin die MineralWasser-Bäder gegeben werden, findet man hier auch gut eingerichtete Flussbåder, welche in häuligen Fällen wesentlich zur Förderung der Brunnenkor beitrag n. Mit dem Rafe Homburgs, de: sich seit 43 Jahren stets gemehrt hat, ist auch Homburg selbst in jeder Beziehung fortgeschritten; neben der alten ist eine neue Stadt erstanden, mit prächtigen Hötels, schönen Privat-Wohnungen, die dem Fremden al!en möglichen Comfort gewähren, und die mit den beräbmtesten Bädern in Bezug auf Bequemlichkeit und Luxus rivalisiren. Die wahrhaft romantische end pittoreske Gegend ladet zu Spaziergängen nach dem nahen Taunnsgebirge ein. Zur neuen prachtvollen Parkanlage ist der Plan durch den Königlich Preussischen Garten-Director ILenne geliefert, und die Arbeiten an derselben sind schon wesentlich vorangeriickt. Das grossartige Conversations-Haus, welcies das ganre Jahr hindurch geöffnet bleibt, ist noch durch den neuen Anbau von zwel grossen sehr prachtvollen Sälen bereichert worden, und erweckt allgmeine Bewundertång. Es entbält einen Balisaal, einen Cmzertsaal, viele geschmackvoll dekorirle Conversations-säle, wo Ronalette und trente et quarante mit nambaften Vortheilen fär die Spielenden vor anderen Banken gespielt vird, cin grosses Lesckabinet, das unentgeltlich för das Publikum geöffnet ist, und wo die bedeutendsten deutschen, franzÖsischen, englischen, russischen und hollåndischen politischen und belletristischen Journale gehalten werden, ein ganz neu und sehr pracbtvoll decorirtes Kaffeeund ein Raucbzimmer, die auf eine schöne Asphalt-Terrasse des Kurgartens fäbren, und einen Spese-Salon, wo um ein Uhr und um fönf Uhr Table d höte ist. Das rihmlichst bekannte Kur-Orchester von dreitvig Mitgliedern spielt dreimal des Tags: Morgens an den Qnuellen, Nacbmittags im Musik-Pavillon des Kurgartens und Abends im grossen Ballsaale. Jede Woche finden Reunions, Bälle, wo die gewäblteste Badegesellschaft sich versammelt, und Conzertte der bedeutendsten durchreisenden Känstier statt Bad Homburg ist nur eine Stunde, durch die Verbindung von Post, Eisenbabn, Omnibus c., von Frankfurt entfernt. Die Sommer-Saison fir dieses Jahr beginnt mit dem 1. Mai 1854.

26 maj 1854, sida 2

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